Aktualisiert im Oktober 2026: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde zum 29. Juli 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst. Dieser Ratgeber zeigt den aktuellen Stand.
Wer Heizungs-, Warmwasser- oder Kälteleitungen dämmt, muss Mindestdämmstärken einhalten. Für viele Bestandsgebäude gibt es außerdem eine Nachrüstpflicht. Hier finden Sie die Anforderungen übersichtlich zusammengefasst, mit Tabelle und den wichtigsten Ausnahmen.
Was hat sich mit dem GModG geändert?
Für die Rohrdämmung im Kern wenig. Die Anforderungen an Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen stehen weiterhin in § 69, die an Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen in § 70 und die Mindestdämmstärken in Anlage 8. Die Regelung zur Nachrüstung nach einem Eigentümerwechsel ist innerhalb des Gesetzes verschoben worden und steht jetzt in § 69. Die großen Änderungen des GModG betreffen vor allem das Heizen, nicht die Rohrdämmung.
Wann muss gedämmt werden?
- Neu eingebaute oder ersetzte Leitungen müssen die Mindestdämmstärken nach Anlage 8 erfüllen.
- Bestehende, bisher ungedämmte und zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen (zum Beispiel im Keller oder auf dem Dachboden) müssen nachträglich gedämmt werden. Eine allgemeine Nachrüstpflicht für bestehende Kaltwasserleitungen folgt daraus nicht.
- Ausnahme: In Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, greift die Nachrüstpflicht erst nach dem ersten Eigentümerwechsel nach diesem Datum. Der neue Eigentümer hat dann zwei Jahre Zeit. Ein weiterer Verkauf startet keine neue Frist.
Tabelle: Mindestdämmstärken für warme Leitungen
Die Werte gelten für einen Dämmstoff mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K) bei 40 °C Mitteltemperatur. Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Rohres.
| Innendurchmesser | Mindestdämmdicke |
|---|---|
| bis 22 mm | 20 mm |
| über 22 bis 35 mm | 30 mm |
| über 35 bis 100 mm | gleich dem Innendurchmesser |
| über 100 mm | 100 mm |
Sonderfälle: halbe, doppelte oder geringe Dämmstärke
| Einbausituation | Anforderung |
|---|---|
| Wand- und Deckendurchbrüche, Leitungskreuzungen, Verbindungsstellen, zentrale Verteiler | die Hälfte der Tabellenwerte |
| Wärmeverteilungsleitungen, die nach dem 31. Januar 2002 in Bauteilen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer verlegt wurden | die Hälfte der Tabellenwerte |
| wie zuvor, aber im Fußbodenaufbau | 6 mm |
| Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen nach § 69 Abs. 1, die an Außenluft grenzen | das Doppelte der Tabellenwerte |
Keine Dämmpflicht besteht in diesen Fällen:
- Wärmeverteilungsleitungen nach § 69 Abs. 1 in beheizten Räumen oder in Bauteilen zwischen beheizten Räumen desselben Nutzers, wenn sich ihre Wärmeabgabe über frei zugängliche Absperreinrichtungen beeinflussen lässt.
- Warmwasser-Stichleitungen mit höchstens 3 Litern Inhalt in beheizten Räumen, sofern sie weder in die Zirkulation eingebunden noch elektrisch begleitbeheizt sind.
Kaltwasser- und Kälteleitungen
Für Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von raumlufttechnischen und Klimakälteanlagen verlangt Anlage 8 Mindestdicken von 9 mm bis 22 mm Innendurchmesser und 19 mm darüber (bezogen auf 0,035 W/(m·K) bei 10 °C Mitteltemperatur). Hier geht es neben Energie vor allem um Tauwasser: Die Dämmung muss diffusionsdicht sein. Mehr dazu im Ratgeber Kältedämmung: Tauwasser an Kaltwasserleitungen vermeiden.
Wichtig: Diese Mindestdicken ersetzen keine Tauwasserberechnung. Die erforderliche Dicke hängt auch von Mediumtemperatur, Umgebungstemperatur und Luftfeuchte ab; gegebenenfalls ist mehr Dämmung nötig.
Andere Wärmeleitfähigkeit? Dann umrechnen
Die Tabellenwerte gelten nur für λ = 0,035 bei der jeweiligen Bezugstemperatur (40 °C für warme, 10 °C für kalte Leitungen). Hat Ihr Dämmstoff bei dieser Temperatur einen höheren λ-Wert, muss er dicker sein, bei einem niedrigeren darf er dünner ausfallen. Das Gesetz verlangt eine Umrechnung nach den anerkannten Regeln der Technik. In der Praxis helfen Herstellertabellen. Viele Rohrschalen werden direkt als „100 %“ für eine bestimmte Rohrgröße angeboten, etwa die ROCKWOOL RS800 oder die ISOVER Protect Rohrschale. Im Zweifel beraten wir Sie gern.
Welches Material eignet sich?
- Alukaschierte Mineralwolle-Rohrschalen: Standard für Heizung und Warmwasser, nichtbrennbar, temperaturbeständig. Siehe Rohrschalen und den Ratgeber ROCKWOOL RS800.
- Elastomerschaum (Kautschuk): flexibel, diffusionsdicht, erste Wahl für Kälte und Kaltwasser. Siehe Schlauchisolierung: geschlitzt oder geschlossen?
- Kälteleitungen mit Mineralwolle: nur als vollständig geschlossenes Kältedämmsystem einschließlich Anschlüssen und Rohrträgern, etwa mit TECLIT PS Cold. Eine Alukaschierung allein macht noch keine fehlerfreie Kältedämmung.
- Mechanischer Schutz: im Innenbereich PVC-Ummantelung oder Blechmantel; im Außenbereich ein UV- und witterungsbeständiges System mit dicht ausgeführten Nähten und Abschlüssen, in der Regel ein Blechmantel. Übliche PVC-Ummantelungen sind nicht für dauerhafte UV-Belastung ausgelegt.
- Brandschutz: Bei Durchführungen durch Brandwände und Decken gelten zusätzlich die Brandschutzvorschriften. Siehe Brandschutz.
Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Heizungsrohre im Keller dämmen.
Häufige Montagefehler
- Lücken an Schellen, Bögen und Armaturen: Hier entstehen die größten Wärmebrücken.
- Zu dünne Dämmung, weil der λ-Wert nicht beachtet wurde.
- Armaturen ungedämmt gelassen: Eine ungedämmte Armatur verliert deutlich mehr Wärme als ein gleich langes Stück Rohr.
- Nähte nicht verklebt: Bei Kälteleitungen führt das schnell zu Tauwasser in der Dämmung.
Häufige Fragen
Gilt das GEG noch?
Nein. Das GEG wurde zum 29. Juli 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst. Die Anforderungen an die Rohrdämmung stehen dort weiterhin in §§ 69, 70 und Anlage 8.
Muss ich bestehende Leitungen nachdämmen?
Bisher ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen: ja. Ausnahme: In Häusern mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, gilt die Pflicht erst nach dem ersten Eigentümerwechsel danach, mit zwei Jahren Frist.
Gilt die Tabelle für Außen- oder Innendurchmesser?
Für den Innendurchmesser des Rohres. Bei der Bestellung der Dämmung zählt dagegen der Außendurchmesser, damit die Schale passt. Wie Sie richtig messen, erklärt der Ratgeber Rohrisolierung: Welche Größe brauche ich?
Wer kontrolliert die Rohrdämmung?
Den Vollzug regeln die Bundesländer. Auskunft gibt die nach Landesrecht zuständige Behörde.
Brauche ich bei Kautschuk dieselbe Dämmdicke wie bei Mineralwolle?
Nur, wenn beide denselben λ-Wert haben. Maßgeblich ist der Wert im Datenblatt.
Kurz zusammengefasst
Mit dem GModG hat sich für die Rohrdämmung wenig geändert: Die Mindestdicken nach Anlage 8 gelten weiter, ungedämmte Leitungen in unbeheizten Räumen müssen nachgerüstet werden, und für Kälteleitungen zählt vor allem die Dampfdichtheit. Bei Fragen zur passenden Dämmstärke für Ihr Rohr erreichen Sie Isoliershop Huber telefonisch unter 02365 / 83111.
Passende Produkte
Zum Thema dieses Beitrags passen zum Beispiel:
- Rockwool RS800 Rohrschale Steinwolle alukaschiert – EnEV/GEG 100 %
- Isover U Protect Pipe Section Rohrschale Mineralwolle alukaschiert – Karton
- Armaflex EVO Kautschuk-Schlauch geschlossen für Rohrisolierung – 2 m
- Armaflex AF EVO Kautschuk-Schlauch selbstklebend geschlitzt – 2 m
Welche Größe passt? Rohrschalen und Schläuche werden nach dem Außendurchmesser des Rohres und der Dämmdicke ausgewählt. Die passenden Artikel zeigt Ihnen der Maßfinder auf unserer Startseite. Wie Sie richtig messen, steht im Ratgeber Rohrisolierung: Welche Größe brauche ich? Bei Fragen helfen wir telefonisch unter 02365 / 83111.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Verbindlich sind das aktuelle Datenblatt und die Montageanleitung des jeweiligen Herstellers.
